Linden-Museum Stuttgart

Das Linden-Museum Stuttgart am Hegelplatz ist ein staatliches Museum für Völkerkunde und zählt zu den großen ethnologischen Museen Europas. Seine Sammlung umfasst rund 160.000 Kunstwerke, Alltagsgegenstände und religiöse Objekte aus Afrika, Asien, den Amerikas, Australien und Ozeanien. Im 1911 eröffneten Museumsgebäude zeigt es Dauerausstellungen zu verschiedenen Weltregionen und wechselnde Sonderausstellungen. Neben Kunst und kulturellen Traditionen geht es um globale Beziehungen, gesellschaftlichen Wandel und die koloniale Herkunftsgeschichte der eigenen Bestände.

Im Rundgang begegnen Ihnen buddhistische Skulpturen, chinesische Ritualbronzen, afrikanische Masken und ozeanische Schnitzarbeiten. Zu den Besonderheiten gehören ein japanisches Teehaus, ein tibetisch-buddhistischer Schreinraum und die Rekonstruktion einer afghanischen Bazarzeile. Neu gestaltete Ausstellungsbereiche hinterfragen frühere europäische Sichtweisen und beziehen Perspektiven aus den Herkunftsgesellschaften ein. Von Kamerun über Peru bis Japan reicht der Rundgang durch das Linden-Museum, und er beginnt nicht am Flughafen, sondern am Hegelplatz.

Der Überblick bleibt dabei in Stuttgart: Er beginnt mit der Geschichte des Hauses, führt über Architektur und Ausstellungen und endet bei Tickets, Preisen und Eintritt.

Geschichte

Am Anfang des Linden-Museums stand kein Museum, sondern ein Verein: Am 27. Februar 1882 wurde der „Württembergische Verein für Handelsgeographie und Förderung deutscher Interessen im Ausland“ gegründet. Er wollte Kaufleuten und Industriellen Informationen über internationale Märkte vermitteln und richtete 1884 ein handelsgeographisches Museum ein, das zunächst Warenproben und Produkte aus überseeischen Regionen sammelte. Am 19. April 1885 eröffnete in der Stuttgarter Gewerbehalle die erste Ausstellung südamerikanischer Natur- und Kulturerzeugnisse.

Eine neue Ausrichtung brachte Karl Graf von Linden (1838–1910), der 1889 den Vereinsvorsitz übernahm. Er setzte sich dafür ein, aus der handelspolitisch geprägten Sammlung ein ethnologisches Museum zu machen. Über ein internationales Netzwerk von Kaufleuten, Missionaren, Militärangehörigen und Forschungsreisenden gelangten zahlreiche Gegenstände nach Stuttgart; bis zu Lindens Tod wuchs die Sammlung auf mehr als 60.000 Objekte.

Dieser Aufbau hing eng mit dem europäischen Kolonialismus zusammen. Die ungleichen Machtverhältnisse in den kolonisierten Gebieten machten Erwerbungen möglich, bei denen die Interessen und Rechte der Herkunftsgesellschaften häufig unberücksichtigt blieben. Diese Erwerbsumstände zu untersuchen, gehört heute zur wissenschaftlichen Arbeit des Museums.

Am 28. Mai 1911 wurde das eigens errichtete Museumsgebäude am Hegelplatz eröffnet. Es trägt den Namen des kurz zuvor verstorbenen Grafen von Linden; erster Direktor war Augustin Krämer, der zuvor als Ethnologe und Forschungsreisender gearbeitet hatte.

Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Sammlung ausgelagert. Bei einem Luftangriff im September 1944 und dem anschließenden Brand wurde das Gebäude weitgehend zerstört. Schon 1949 war es wieder aufgebaut, wurde aber zunächst teilweise von anderen staatlichen Einrichtungen genutzt.

1973 ging das bis dahin vereinsgetragene Museum in öffentliche Trägerschaft über. Nach umfangreichen Umgestaltungen wurden Mitte der 1980er-Jahre mehrere Dauerausstellungen neu eingerichtet. Seit 2010 leitet Inés de Castro das Haus; unter ihrer Direktion rückten die koloniale Sammlungsgeschichte, die Provenienzforschung und die Zusammenarbeit mit Herkunftsgesellschaften stärker in den Mittelpunkt.

Architektur

Das Linden-Museum steht am Hegelplatz, nordwestlich der Stuttgarter Innenstadt. Der Bau entstand nach Entwürfen von Georg Eser und dem Architekturbüro Bihl & Woltz mit Georg Friedrich Bihl und Alfred Woltz und wurde am 28. Mai 1911 eingeweiht.

Das denkmalgeschützte Gebäude gehört dem Neoklassizismus an. Seine langgestreckte Fassade gliedern regelmäßig gesetzte Fenster und ein monumentaler Eingangsbereich, auffällig ist vor allem das große Rundbogenportal mit Säulen und figürlichem Schmuck. Die Architektur folgt dem repräsentativen Anspruch öffentlicher Museumsbauten des frühen 20. Jahrhunderts.

Zugleich erzählt sie von der Entstehungszeit der Institution. Figuren am Eingangsportal zeigen stereotype europäische Darstellungen von Menschen aus außereuropäischen Gesellschaften; sie spiegeln koloniale Vorstellungen wider, die auch den ursprünglichen Sammlungsaufbau beeinflussten.

Im Inneren verteilen sich die Ausstellungen auf mehrere Geschosse. Die Räume wurden seit der Eröffnung mehrfach verändert, vor allem nach den Kriegszerstörungen und beim Ausbau der Dauerausstellungen in den 1980er-Jahren. Einzelne Bereiche enthalten aufwendige architektonische Inszenierungen, darunter ein japanisches Teehaus, eine afghanische Bazargasse und einen tibetisch-buddhistischen Schreinraum.

Die historische Gebäudestruktur erschwert allerdings eine zeitgemäße Museumsnutzung. Raumaufteilung, Barrierefreiheit und die technischen Anforderungen an Aufbewahrung und Präsentation der Sammlungen machen eine grundlegende Modernisierung nötig.

Im Juli 2023 beschlossen das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart, den bisherigen Standort zu erhalten und umfassend umzubauen. Vorgesehen sind die Sanierung des Altbaus und ein Erweiterungsbau auf der gegenüberliegenden Seite entlang der Holzgartenstraße. Ein zuvor diskutierter Neubau an einem anderen Standort wird nicht weiterverfolgt.

Der bauliche Umbau soll mit einer inhaltlichen Neuausrichtung einhergehen. Geplant sind besser zugängliche Ausstellungs- und Begegnungsräume sowie Möglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Einen verbindlichen Fertigstellungstermin gibt es bislang nicht.

Ausstellungen und Sammlungen

Linden-Museum Stuttgart - Japanisches Interieur mit Tatami-Matten, Schiebetüren und Tokonoma©© Linden-Museum Stuttgart, Harald Völkl
Traditionelles japanisches Interieur mit Tatami-Matten

Das Linden-Museum Stuttgart zeigt Kunst, Alltagskultur und religiöse Traditionen aus verschiedenen Weltregionen. Anders als ein rein kunsthistorisch ausgerichtetes Museum fragt es auch nach der gesellschaftlichen Funktion der Gegenstände. Skulpturen, Kleidung, Schmuck, Werkzeuge und Ritualobjekte werden deshalb mit ihrer Herstellung, Verwendung und kulturellen Bedeutung zusammen betrachtet.

Die regional gegliederten Dauerausstellungen behandeln Afrika, Ozeanien und verschiedene Gebiete Asiens, ein eigener Amerika-Raum ergänzt das Angebot. Historische Objekte treffen dort auf zeitgenössische Perspektiven; erläutert werden kulturelle Beziehungen, Handelswege und religiöse Entwicklungen.

Ein wiederkehrendes Thema ist die Geschichte der Sammlungen selbst. Viele Gegenstände kamen während der Kolonialzeit oder über den internationalen Kunsthandel nach Stuttgart. Die Ausstellungen gehen der Frage nach, unter welchen Umständen sie erworben wurden, wie man sie ursprünglich verwendete und was sie für Menschen in ihren Herkunftsregionen bedeuten.

Vor allem in den neu konzipierten Bereichen stehen verschiedene Perspektiven nebeneinander: Vertreterinnen und Vertreter von Herkunftsgesellschaften, Forschende und Kunstschaffende wirken an der Deutung einzelner Objekte mit. Sonderausstellungen, Workshops und Vorträge ergänzen die Dauerausstellungen.

Dauerausstellungen

Linden-Museum Stuttgart - Rekonstruierte afghanische Bazarzeile aus Taschkurgan in der Dauerausstellung©© Linden-Museum Stuttgart, Anatol Dreyer
Rekonstruierte afghanische Bazarzeile aus Taschkurgan

Die Dauerausstellung „Wo ist Afrika?“ betrachtet die afrikanischen Sammlungen aus historischen und gegenwärtigen Blickwinkeln. Sie untersucht, wie ethnologische Museen ihre Bestände in der Kolonialzeit aufbauten und welche Vorstellungen von afrikanischen Gesellschaften dabei entstanden. Masken, Skulpturen und Prestigegegenstände stehen neben zeitgenössischen Kunstwerken. Themen wie höfische Zeremonien, Erinnerungskultur und gesellschaftliche Beziehungen werden mit Fragen nach Herkunft und Eigentum der Objekte verknüpft. Entwickelt wurde die Ausstellung gemeinsam mit dem Advisory Board for the Representation of Africa Collections und weiteren Beteiligten aus Afrika und der Diaspora.

„Ozeanien – Kontinent der Inseln“ widmet sich den Gesellschaften des pazifischen Raums. Mehr als 250 Kunstwerke und Alltagsgegenstände zeigen Verbindungen zwischen den Inselgruppen, Bootsmodelle aus Melanesien, Mikronesien und Polynesien stehen für die Bedeutung der Seefahrt. Masken und Skulpturen aus Neuguinea sowie ein geschnitztes Haus aus Aotearoa Neuseeland veranschaulichen kulturelle Traditionen. Auch die koloniale Erwerbsgeschichte kommt zur Sprache.

Die Ausstellung Süd- und Südostasien gilt vor allem dem Buddhismus und dem Hinduismus. Zu sehen sind Stein- und Bronzeskulpturen, Textilien, Keramik und religiöse Kunstwerke; ein tibetisch-buddhistischer Schreinraum ist die größte Installation dieses Bereichs. Weitere Präsentationen behandeln zum Beispiel die Kultur der Kayan und Kayaw in Myanmar.

In der Ostasien-Ausstellung stehen China und Japan im Mittelpunkt. Chinesische Ritualbronzen, Grabbeigaben, Keramik, Lackkunst und historische Malerei vermitteln unterschiedliche künstlerische Traditionen, ein nachgebautes japanisches Teehaus ergänzt die Präsentation.

Der Bereich „Orient“ widmet sich Kunst und Alltagskultur aus Nordafrika sowie West- und Mittelasien. Koranhandschriften, Kalligrafien, Keramik und Metallarbeiten dokumentieren religiöse und handwerkliche Traditionen, eine rekonstruierte Bazargasse aus Afghanistan bildet den räumlichen Abschluss.

Der Amerika-Raum ist vor allem für museumspädagogische Aktivitäten gestaltet. Gegenstände aus Nordamerika und dem Amazonasgebiet erzählen unter anderem von Ernährung, Kindheit, religiösen Vorstellungen und dem Leben indigener Gemeinschaften.

Sammlungen

inden-Museum Stuttgart - Historische Benin-Relieftafeln und Gussfiguren aus dem Königreich Benin©© Linden-Museum Stuttgart, Harald Völkl
Historische Benin-Relieftafeln und Messinggüsse aus Nigeria

Die Sammlung des Linden-Museums umfasst rund 160.000 Objekte aus Afrika, den Amerikas, Asien, Australien und Ozeanien. Dazu kommen fotografische Bestände und Archivalien. Die Gegenstände stammen aus verschiedenen Epochen, von archäologischen Funden bis zu zeitgenössischen Kunstwerken.

Die Afrika-Sammlung zählt etwa 40.000 Objekte, besonders umfangreich sind die Bestände aus Kamerun sowie aus weiteren Regionen Zentral-, Ost- und Westafrikas. Dazu gehören Masken, Skulpturen, Schmuck, Waffen, Musikinstrumente und Gegenstände des täglichen Lebens. Ein Teil gelangte während der deutschen Kolonialherrschaft nach Stuttgart, weshalb die Erforschung der Erwerbsumstände und die Zusammenarbeit mit Herkunftsgesellschaften zu den Schwerpunkten der Sammlungsarbeit gehören.

Aus Nord- und Lateinamerika besitzt das Museum annähernd 23.000 Objekte. Die nordamerikanischen Bestände enthalten unter anderem historische Gegenstände indigener Gemeinschaften der Plains und der Arktis; zu den bekannten Stücken zählt ein Bisonfellmantel des Mandan-Anführers Mató Tópe, der im 19. Jahrhundert als Geschenk an Prinz Maximilian zu Wied-Neuwied ging. Die Südamerika-Sammlung umfasst unter anderem Keramik und Textilien aus dem alten Peru sowie Objekte indigener Gemeinschaften Amazoniens.

Die süd- und südostasiatischen Sammlungen zählen knapp 35.000 Objekte. Besonders umfangreich sind die Bestände buddhistischer und hinduistischer Kunst; neben religiösen Skulpturen gehören Textilien, Schmuck und archäologische Funde dazu.

Die Ostasien-Sammlung umfasst mehr als 15.000 Objekte. Zu ihren Schwerpunkten zählen chinesische Ritualbronzen, japanische Lackarbeiten, Keramik und historische Malerei. Bedeutende Teilbestände sind die Sammlung Trumpf mit japanischen Netsuke und Inrō sowie die Sammlung Bälz mit japanischen Bildrollen und Zeichnungen.

Die vom Orient-Referat betreuten Sammlungen umfassen ungefähr 15.000 Objekte, darunter historische Metallarbeiten, Handschriften, Textilien und Schmuck aus Nordafrika sowie West- und Mittelasien.

Fast 30.000 inventarisierte Gegenstände stammen aus Ozeanien und Australien: Schnitzwerke, Masken, Zeremonialgegenstände und Bootsmodelle aus Melanesien, Mikronesien und Polynesien.

Ein wesentlicher Teil der Bestände lagert in Depots. Über die digitale Sammlung lassen sich zahlreiche Objekte unabhängig von den Ausstellungen recherchieren, und das Museum dokumentiert dabei zunehmend auch die bekannten Erwerbsgeschichten und Ergebnisse der Provenienzforschung.

Bedeutung und Einordnung

Linden-Museum Stuttgart - Südasien: Rekonstruierter tibetisch-buddhistischer Altarraum mit Ritualgegenständen©© Linden-Museum Stuttgart, Anatol Dreyer
Tibetisch-buddhistischer Altarraum mit sakralen Objekten

Das Linden-Museum gehört zu den großen ethnologischen Sammlungen Europas. Seine Entstehung zeigt, wie wissenschaftliches Sammeln, wirtschaftliche Interessen und koloniale Expansion im Deutschen Kaiserreich ineinandergriffen.

Die historischen Bestände erlauben es, Kunst und materielle Kultur aus unterschiedlichen Gesellschaften zu untersuchen. Zugleich werfen sie Fragen nach Eigentum, kultureller Selbstbestimmung und dem Umgang mit Gegenständen auf, die unter kolonialen Machtverhältnissen nach Europa gelangten.

Diese Fragen behandelt das Museum auch gemeinsam mit den Herkunftsgesellschaften. Bei der Neugestaltung von Ausstellungen wirken Forschende, Kunstschaffende und Vertreterinnen und Vertreter der betroffenen Gemeinschaften mit; „Wo ist Afrika?“ wurde zum Beispiel unter Beteiligung eines internationalen Beratungsgremiums entwickelt.

Ergebnisse der Provenienzforschung führten bereits zu Rückgaben und Eigentumsübertragungen. 2019 gingen eine Bibel und eine Peitsche des namibischen Widerstandskämpfers Hendrik Witbooi an Namibia zurück. Im Dezember 2022 übertrugen das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart die Eigentumsrechte an 70 Objekten aus dem historischen Königreich Benin an Nigeria; ein Teil dieser Werke kann im Rahmen von Leihvereinbarungen weiterhin in Stuttgart gezeigt werden.

Die Zusammenarbeit mit Herkunftsgesellschaften betrifft auch den Umgang mit kulturell sensiblen Gegenständen: Auf Wunsch des Königs der Nso‘ in Kamerun wurden königliche Insignien aus der Dauerausstellung entfernt. Im Januar 2024 kündigte das Land Baden-Württemberg die Rückgabe von 28 Objekten an.

Daneben beschäftigt sich das Museum mit gegenwärtigen kulturellen Entwicklungen und den Beziehungen zwischen Gesellschaften. Die geplante bauliche und inhaltliche Neukonzeption soll diese Arbeitsweise stärker in den Ausstellungsräumen verankern.

Highlights

Das Linden-Museum verbindet historische Kunstwerke mit großen Rauminszenierungen und Ausstellungen zur Geschichte der eigenen Sammlungen. Wie eine Weltreise von Osten nach Westen lassen sich die wichtigsten Stationen aneinanderreihen:

Aotearoa Neuseeland
Ein historisches, geschnitztes Haus der Māori gibt Einblick in Bau- und Schnitzkunst. Seine Gestaltung verweist auf die Bedeutung von Abstammung, Gemeinschaft und kultureller Erinnerung.

Bismarck-Archipel
Uli-Figuren und Malagan-Schnitzarbeiten zeigen zeremonielle Kunst in der Ozeanien-Ausstellung. Erläutert werden sie im Zusammenhang mit religiösen Vorstellungen und gesellschaftlichen Ritualen.

Japan
Der Nachbau eines traditionellen Teehauses gehört zur Ostasien-Ausstellung. Er macht räumliche Aspekte der japanischen Teekultur anschaulich und dient auch als Ort für Veranstaltungen rund um die Teezeremonie.

China
Historische Bronzegefäße und Grabbeigaben erzählen von religiösen Vorstellungen und Bestattungsritualen im alten China. Die Ritualbronzen zählen zu den Schwerpunkten der ostasiatischen Sammlung.

Tibet
Der Schreinraum in der Süd- und Südostasien-Ausstellung ist eine große Installation, die der Künstler Namgyal Gonpe Ronge 1980 gestaltete. Sie zeigt einen religiösen Raum mit Altarschmuck und buddhistischen Darstellungen.

Afghanistan
Die rekonstruierte Marktstraße aus Tashqurghan, dem heutigen Kholm, gehört zur Orient-Ausstellung. Sie zeigt, wie ein historischer Handelsort räumlich gestaltet war, und ergänzt die Präsentation von Handwerk und Alltagsgegenständen.

Afrika
„Wo ist Afrika?“ zeigt afrikanische Kunst- und Alltagsgegenstände und fragt zugleich, wie ethnologische Sammlungen entstanden. Provenienzforschung und die Perspektiven von Menschen aus den Herkunftsgesellschaften sind Teil der Präsentation.

Überall im Haus
Informationen zu Erwerb, Restitution und Zusammenarbeit mit Herkunftsgesellschaften ermöglichen einen kritischen Blick auf die Bestände. Besonders in den Afrika- und Ozeanien-Ausstellungen werden diese Zusammenhänge erläutert.

Von der Ferne zurück in die Region: Das Landesmuseum Württemberg im Alten Schloss widmet sich der Geschichte und Kultur des deutschen Südwestens von der Steinzeit bis zur Neuzeit – ein Gegenstück zum weltweiten Blick des Linden-Museums.

Tickets, Preise und Angebote

Für die Dauerausstellungen des Linden-Museums Stuttgart kosten Tickets 6,00 € für Erwachsene, ermäßigt zahlen Sie 4,00 €. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre haben freien Eintritt. Der Mediaguide ist im Preis enthalten. Ein Kombiticket für sämtliche Ausstellungen kostet 18,00 € regulär und 15,00 € ermäßigt.

Eintrittskarten können Sie vorab online kaufen. Mit der StuttCard ist der Besuch des Linden-Museums kostenlos, einschließlich der Sonderausstellungen. Die Karte ermöglicht außerdem freien Eintritt in zahlreiche weitere Museen und Sehenswürdigkeiten in Stuttgart.

Für den Rundgang durch die ethnologischen Sammlungen sollten Sie etwa 1,5 bis 2 Stunden für eine Ausstellung, 2 bis 3 für mehrere Ausstellungen einplanen.

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Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos

Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten vom Linden-Museum in Stuttgart.

Adresse

Linden-Museum Stuttgart
Hegelplatz 1
70174 Stuttgart
Deutschland

Öffnungszeiten

  • Montag geschlossen
  • Dienstag bis Samstag
    10:00 – 17:00 Uhr
  • Sonntag
    10:00 – 18:00 Uhr

Kontakt

Häufige Fragen zum Linden-Museum Stuttgart

Beim Linden-Museum geht es um Weltkulturen und um die Frage, wie sie nach Stuttgart kamen: Die Antworten ordnen Sammlung, Kolonialgeschichte, Besuchsdauer und Zugänglichkeit.

Was ist das Linden-Museum Stuttgart?

Das Linden-Museum ist ein staatliches Museum für Völkerkunde mit einer Sammlung von rund 160.000 Objekten aus verschiedenen Weltregionen. Es beschäftigt sich mit Kunst, Alltagskultur, religiösen Traditionen und der Geschichte ethnologischer Sammlungen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Aufarbeitung kolonialer Erwerbskontexte.

Was kann man im Linden-Museum sehen?

Zu sehen sind unter anderem afrikanische Masken und Skulpturen, chinesische Ritualbronzen, buddhistische Kunstwerke, ozeanische Schnitzarbeiten und historische Alltagsgegenstände. Besondere Ausstellungsbereiche sind das japanische Teehaus, der tibetisch-buddhistische Schreinraum und die rekonstruierte afghanische Bazargasse.

Wie lange dauert ein Besuch im Linden-Museum Stuttgart?

Für einen Rundgang durch mehrere Dauerausstellungen sollten Sie etwa zwei bis drei Stunden einplanen. Wenn Sie sich intensiver mit den historischen Hintergründen beschäftigen oder zusätzlich eine Sonderausstellung besuchen möchten, kann der Aufenthalt länger dauern.

Ist das Linden-Museum für Kinder geeignet?

Ja. Das kostenlose Begleitheft „Mit Tri durchs Museum“ lädt Kinder zu eigenen Forschungsaufträgen in den Ausstellungen ein. Ein Kinder-Mediaguide, Familienführungen und Workshops ergänzen das Angebot, hinzu kommen Ferienprogramme und ein Jugendclub.

Warum beschäftigt sich das Linden-Museum mit Kolonialismus?

Ein großer Teil der Sammlung entstand während der europäischen Kolonialzeit. Das Museum untersucht deshalb, unter welchen Bedingungen Objekte erworben wurden und welche Ansprüche Herkunftsgesellschaften darauf erheben. Die Ergebnisse fließen in Ausstellungen, Forschungsprojekte und Rückgabeverfahren ein.

Ist das Linden-Museum Stuttgart barrierefrei?

Das Museum hat einen barrierefreien Zugang am Herdweg; dort befinden sich auch Parkplätze für Menschen mit Behinderung. Eine rollstuhlgerechte Toilette sowie Leihrollstühle und mobile Sitzgelegenheiten stehen zur Verfügung. Für blinde Menschen und Menschen mit Sehbeeinträchtigungen gibt es mit „Fühlbar Hören“ ein besonderes Vermittlungsangebot in der Ozeanien-Ausstellung.